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Unterwegs aus eigener Kraft: Fünf Tage offline am Rhein

Student Life Local Impact SIS Basel

Im Sommer letzten Jahres brach die Jahrgangsstufe 7 der SIS Basel zu ihrer «Offline-Odyssee» auf. Das Ziel: der Naturzeltplatz in Murg (D), direkt am Rhein. Der Weg dorthin und die gesamte Woche standen unter einem klaren Motto: keine Motoren, keine Bildschirme, kein WLAN. Nur die eigene Kraft, die Gruppe und die Natur.

Fünf Tage ohne Smartphone, in denen wir zusammen 6.120 km auf dem Velo, 1.020 km auf dem Kanu und 940 km auf dem Raft zurücklegten. Anstelle von Apps und Bildschirmen begleiteten uns Walkie-Talkies, Kochbücher und Spiele durch den Tag – und die Abende verbrachten wir mit Instrumenten am Lagerfeuer.

 

Orientierung ohne GPS
Der Weg ins Lager war bereits das erste Abenteuer. Mit dem Fahrrad legten wir – in mehreren Gruppen, die über Walkie-Talkies in Kontakt standen – die Strecke von Basel nach Murg zurück. Die Orientierung erfolgte ohne digitale Hilfsmittel – eine für viele zunächst ungewohnte Situation. Statt klarer Zeitangaben und ständiger Kontrolle erforderte dies vor allem Vertrauen, die Akzeptanz von Unsicherheit und einen starken Zusammenhalt innerhalb der Gruppe.

Fortbewegung aus eigener Kraft
Jeder Tag hatte seinen Schwerpunkt: An zwei Tagen standen lange Fahrradtouren auf dem Programm, an anderen Tagen paddelten wir im Kanu oder auf dem Raft über den Rhein. Dabei war nicht nur körperliche Kraft gefragt, sondern vor allem Teamarbeit und Koordination. Oft fanden die Gruppen ihren Rhythmus durch Gesänge, die den Paddeltakt vorgaben und gleichzeitig für gute Stimmung sorgten. Zwischendurch lockerten spontane Wasserschlachten die konzentrierten Etappen auf – der Rhein wurde so zur Spielfläche, auf der Zusammenarbeit und gemeinsamer Spass im Vordergrund standen. 

Campingplatz und Regen – ein Tag voller Herausforderungen
Ein Unwetter in der Donnerstagnacht stellte die Gruppe vor  
neue Herausforderungen: Alle Zelte mussten nochmals gespannt und mit zusätzlichen Heringen gesichert werden. Die Nacht war unruhig und kräftezehrend, doch die Gruppe zeigte Stärke – am nächsten Morgen packten alle motiviert an und auch der Regen konnte die gute Stimmung nicht trüben.


Abende ohne Screens – dafür umso reicher
Die Abende gehörten der Gemeinschaft. Zwischen all den Aktivitäten war das gemeinsame Kochen für über 50 Personen mit reduzierter Ausrüstung ebenso Teil des Alltags wie Gesellschafts- und kleinere Sportspiele, die Online-Spiele ersetzten. Gemeinsam wurde eingekauft und nach Rezepten aus Kochbüchern gekocht. Wenn die Dunkelheit über dem Rhein hereinbrach, setzte sich die Gruppe am Lagerfeuer zusammen, erzählte Geschichten oder spielte auf Instrumenten – so liess sie den Tag in entspannter Runde ausklingen.


Was bleibt
Die Offline-Odyssee war mehr als eine digitale Auszeit. Sie lehrte uns durch gemeisterte Herausforderungen in der Natur echte Werte wie Vertrauen und Zusammenhalt. Was bleibt, sind unvergessliche Begegnungen, gemeinsame Erlebnisse und das Bewusstsein der eigenen Stärke –Eindrücke, die uns alle nachhaltig prägen. 

 

 

Autorin: Sarah Neyer, Lehrperson

 


Dieser Beitrag stammt aus der aktuellen emphaSIS «Logging Out. Stepping Outside.»