Drei Standorte, ein kühler Kopf

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Er sorgt dafür, dass Türen aufgehen, Heizungen laufen und niemand merkt, wie viel dafür nötig ist. Beat Badertscher ist Hauswart an drei Standorten – und am liebsten ist ihm ein Arbeitstag, an dem nichts passiert. Warum genau das alles andere als langweilig ist, zeigt ein Blick hinter die Kulissen seines Berufs.

Wenn Beat morgens gegen 9 Uhr seine Runde beginnt, ist es selten spektakulär, und genau das ist ihm am liebsten. Er kommt an einem seiner Schulstandorte an, schliesst auf und schaut sich um. Wenn niemand mit den Worten «Beat, es gibt ein Problem» auf ihn zukommt, dann weiss er: Es wird ein guter Tag. Es sind die kleinen Dinge, Stimmengewirr auf dem Pausenplatz oder Kinderlachen in den Gängen, die den Ton für den Tag setzen.

Beat ist Hauswart. Sein Arbeitsalltag verteilt sich über drei Schulen: die SIS Pfäffikon-Schwyz, die SIS Rotkreuz-Zug und die SIS Zürich-Wollishofen. Die Gebäude sind unterschiedlich alt, die Anforderungen ebenso, und doch geht es immer um das Gleiche: dafür zu sorgen, dass alles funktioniert. Dabei ist es gerade diese Unsichtbarkeit, die seine Arbeit aus macht. 

 

Die meisten Tage verlaufen ruhig, fast unaufgeregt. Und wenn doch einmal etwas passiert, dann kommt es unerwartet, wie damals, als in Zürich-Wollishofen ein Boiler auslief und alles schnell gehen musste. Solche Momente bleiben im Gedächtnis, aber sie sind die Ausnahme. Viel häufiger sorgt Beat dafür, dass Probleme gar nicht erst entstehen.

 

Zwischen Rasenmäher und Werkzeugkiste

Am liebsten arbeitet er draussen – Rasenmähen gehört für ihn zu den besten Aufgaben, auch wenn das nur in Zürich-Wollishofen möglich ist. Der Geruch von frisch geschnittenem Gras und das Arbeiten mit den eigenen Händen haben etwas Meditatives. Vielleicht ist das kein Zufall, denn ursprünglich hat Beat Zimmermann gelernt. Die Arbeit mit Werkzeugen prägt ihn bis heute. Oft begleitet ihn dabei Musik auf den Ohren – mal Trance, mal Pop oder klassischer Rock.

Auch Hauswartung wird digital

Gleichzeitig hat sich Beats Beruf verändert. Ein grosser Teil seines Tages spielt sich inzwischen am Bildschirm ab. E-Mails beantworten, Bestellungen organisieren, Projekte koordinieren – besonders bei Bau- oder Renovationsarbeiten steigt der Aufwand. Es ist ein Kontrast zur körperlichen Arbeit draussen, aber einer, der inzwischen selbstverständlich dazugehört.

 

Seine Mittagspause verbringt Beat meist unkompliziert vor Ort, mit etwas von zu Hause. Ein ruhiger Moment zwischendurch, vielleicht mit Zeitung oder Radio. Danach geht es weiter, bis der Tag sich langsam dem Ende zuneigt. Bevor er geht, gehört ein letzter Rundgang immer dazu. Türen abschliessen, Räume kontrollieren, prüfen, ob alles erledigt ist.

 

Viel mehr als «abwarten»

Wenn Beat über seinen Beruf spricht, wird schnell klar, dass er sich nicht auf eine Sache reduzieren lässt. Es geht um Technik, um Gartenarbeit, um Reinigung, um Organisation, um Reparaturen aller Art. Früher nannte man das «Abwart», ein Begriff, der fast so klingt, als würde man einfach abwarten, bis etwas passiert. In Wirklichkeit ist es das Gegenteil: vorausdenken, Probleme erkennen und lösen, bevor sie jemand bemerkt.

 

Vielleicht sind es genau diese unsichtbaren Momente, die seinen Alltag prägen. Die kleinen Geschichten, die sich in den Gebäuden verstecken, wie eine Flaschenpost aus dem Jahr 1954, die er bei einem seiner Rundgänge entdeckt hat, oder eine Zeitkapsel unter dem Turnhallenboden in Pfäffikon-Schwyz. Dinge, die zeigen, dass ein Schulhaus mehr ist als nur ein Ort zum Lernen – es ist ein Raum voller Erinnerungen, Spuren und Geschichten.

 

Am Ende bleibt bei ihm vor allem ein Gedanke: Er ist zufrieden, wenn alles funktioniert. Kein grosses Aufheben, kein Bedürfnis nach Aufmerksamkeit. Einfach das stille Wissen, dass der Tag gut gelaufen ist.

 

Dieser Beitrag stammt aus der aktuellen emphaSIS «Logging Out. Stepping Outside.»

 

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