Endlich Schulanfang!

Einschulungsfeier an der SIS Berlin

Sommerhitze und Aufregung erfüllten den Raum, 28 kleine Herzen schlugen schneller. Mit leuchtenden Augen und strahlend bunten Schultüten nahmen alle zunächst in der ersten Reihe Platz, unterstützt von gut 200 erwachsenen Gästen, die bei diesem Einschulungsritual vielleicht auch an ihren eigenen Schulanfang zurückgedacht haben mögen. Denn die zeremonielle Einschulung hat in Deutschland eine lange Tradition. Schon seit dem 19. Jahrhundert würdigen Schulen, Eltern, Verwandte und Freunde der Familie diesen Meilenstein im Leben der Kinder mit einer fröhlichen Feier. Alle sind heiter, der Funke springt über und die frischgebackenen Erstklässler begreifen sofort, dass das Lernen in der Schule eine total positive Sache ist. Das meistgeliebte Symbol dafür ist natürlich die Zuckertüte oder Schultüte, mit der die Eltern ihren Kindern den Schulbeginn noch zusätzlich versüßen.

Der Brauch geht zurück auf ein Kinderbuch aus Thüringen, in dem es heißt, dass in jeder Schule ein ganz besonderer Baum wächst, nämlich der Zuckertütenbaum. Wenn die Früchte des Baumes eines Tages reif sind, dann leuchten sie in bunten Farben. Und wenn die Kinder groß genug sind, diese herrlichen Früchte des Baumes zu ernten, dann ist es auch an der Zeit für sie, selber zur Schule zu gehen.

Nachdem sie dieser schönen Geschichte auf Deutsch und Englisch gelauscht hatten, wurden alle Schülerinnen und Schüler der Klassen 1a und 1b namentlich aufgerufen und bekamen eine Sonnenblume überreicht. Dann begleiteten sie ihre Klassenlehrerinnen und Lehrassistentinnen hinauf in die frisch geschmückten Klassenräume. Es dauerte nur Minuten, bis das Gefühl von Zusammengehörigkeit entstand, rasch waren die ersten Aufgaben gemeinsam gemeistert. Diese Jahrgangsstufe 1 ist wieder eine Generation von Schülerinnen und Schülern voller Begabung, Intelligenz und Talent. Es sind Kinder aus vielen verschiedenen Ländern, die nun zu Klassengemeinschaften werden, und die auch in Zukunft die kulturelle Vielfalt und Pluralität der Meinungen an der SIS Berlin garantieren.

Später wurde mir von den Lehrerinnen berichtet, dass die erste »richtige« Schulstunde mit knapp 30 Minuten offenbar zu kurz bemessen war. Es gab Beschwerden von Seiten der Schülerschaft, warum man denn nicht noch etwas weiter lernen könne. Es sei schließlich der erste Schultag. Jetzt liegt es an uns, den Lehrkräften der SIS Berlin, diesen erstaunlichen Wissensdurst für die nächsten 13 Jahre, vielmehr noch lange darüber hinaus, zu erhalten, nie ganz zu stillen, sondern immer weiter zu fördern. In dieser Aufgabe liegt ein ganz wesentlicher Teil der Schönheit unseres Berufs, wir freuen uns jedes Jahr wieder darauf.

Dr. Björn Freitag, Schulleiter